Shotup

Lichtwiese

SHOTUP – Sustainable and Health-Oriented Transport and Urban Planning Nachhaltige und gesundheitsorientierte Verkehrs- und Stadtplanung

Quelle: eigene Aufnahme (links) und Pixabay (rechts)
Quelle: eigene Aufnahme (links) und Pixabay (rechts)

Laufzeit: 04.2019-05.2021

Fördermittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Förderkennziffer: 01DP19005

Forschungspartner:

- TU Darmstadt, Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik (Prof. Dr. Ing. Manfred Boltze)
- TU Darmstadt, Fachgebiet Landmanagement (Prof. Dr. Ing. Hans Joachim Linke)
- Vietnamese-German University (VGU), Vietnamese-German Transport Research Centre (VGTRC)

Beschreibung:

Das Thema Gesundheit ist für viele Bürger*Innen von großer Bedeutung und das Bewusstsein für gesundheitliche Auswirkungen nimmt aufgrund des wachsenden Wohlstands in unseren Gesellschaften zu. In der Stadt- und Verkehrsplanung werden die gesundheitlichen Auswirkungen bisher jedoch noch nicht ausreichend berücksichtigt. Darüber hinaus fehlen grundlegende Kenntnisse darüber, wie mit den bevorstehenden Zielkonflikten der Gesundheitsförderung mit anderen Zielen wie Barrierefreiheit und ökonomisch effizienten Entwicklungen umzugehen ist.

Beispiele für solche Zielkonflikte finden sich in aktuellen Trends wie der innerörtlichen Verdichtung zur Schaffung kürzerer Wege, die jedoch unter anderem durch Einschränkungen in der Durchlüftung eine hohe Luftverschmutzung, Stress, Lärm und andere Faktoren begünstigen können. In diesen belasteten Räumen verbringen Anwohner*Innen und Pendler*Innen ihre Zeit, wodurch sich diese direkt negativ auf die menschliche Gesundheit auswirken. Hohe lokale Luftverschmutzungskonzentrationen werden hauptsächlich durch bestehende Fahrzeugtechnologien im motorisierten privaten und öffentlichen Verkehr und durch begrenzten Luftaustausch aufgrund ungeeigneter Gebäudestrukturen in vielen Stadtquartieren verursacht. Die aktuelle Planung von Quartieren findet daher in einem Spannungsfeld zwischen nachhaltiger Stadtentwicklung im Sinne des Klimaschutzes einerseits und der Gesundheit der Bewohner*Innen sowie Nutzenden städtischer Infrastruktur andererseits statt. Bei der Stadt- und Verkehrsplanung ist des Weiteren zu berücksichtigen, dass in Bezug auf die Verkehrstechnologien und das Verkehrsverhalten (z. B. automatisiertes Fahren, emissionsarme Fahrzeuge, Sharing-Dienste, aktiver Verkehr) große Veränderungen stattfinden. Um eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen, müssen solche Veränderungen bei der Entwicklung der städtischen Struktur und der Verkehrsinfrastruktur sorgfältig beachtet werden.

Ziel dieses Projektes ist es daher, die Interdependenzen zwischen Stadtstrukturen, Verkehrssystemen und Gesundheit aufzuzeigen, um die gesundheitsbezogenen Zielkonflikte in der Stadt- und Verkehrsentwicklung zu erarbeiten. Anhand von Ho Chi Minh City und Frankfurt a.M. wird mit dem Fokus auf Luftschadstoffe das Zusammenspiel der drei Themen vertieft untersucht. Darüber hinaus werden Ideen internationaler Expert*Innen gebündelt und Strategien für die nachhaltige und gesundheitsorientierte Verkehrs- und Stadtplanung entwickelt. Diese Strategien sollen vor allem Möglichkeiten erarbeiten um

- Transportsysteme, Verkehrsnachfrage und städtische Strukturen schrittweise in Abhängigkeit von externen und internen Veränderungen anzupassen,
- ein gesundes städtisches Umfeld für die Menschen zu ermöglichen und
- die Auswirkungen auf die Gesundheit zu verbessern.

Das Ergebnis von SHOTUP soll ein praxisbezogener Leitfaden zur integrativen Berücksichtigung des Themas Gesundheit in Planungs- und Entwicklungsprozessen sein.

Ansprechpartner: Prof. Linke und M.Sc. M. Dettweiler