Fernerkundung

Geodäsie und Geoinformation: Was ist das?

 

Fernerkundung

Nach Entwicklung der Farbphotographie war schnell ersichtlich, dass neben den geometrischen auch qualitative Informationen der abgebildeten Objekte aus Photos gewonnen werden können: So lässt sich etwa über die Farben Braun und Grün entscheiden, ob es sich bei der abgebildeten landwirtschaftlich genutzten Fläche um Acker oder Wiese handelt. Während nun beim Farbfilm mit drei unterschiedlichen Spektralbereichen (Rot/Grün/Blau) gearbeitet wird, kann bei heutigen abbildenden Fernerkundungssensoren mit vielen unterschiedlichen Spektralbereichen auch außerhalb des sichtbaren Lichts gleichzeitig gearbeitet werden, d.h. es werden viele deckungsgleiche Bilder in unterschiedlichen Spektralbereichen aufgenommen, die beliebig miteinander kombinierbar sind und daher eine Vielzahl unterschiedlicher qualitativer Objektinformationen enthalten. Über die Bildgeometrie können diese qualitativen Informationen dann wiederum geometrisch richtig positioniert werden beispielsweise in eine Karte oder ein Informationssystem übernommen werden.

Klassische Aufgabenstellungen sind in der Fernerkundung Objektklassifizierungen und -inventuren z.B. bei der Bestimmung von Art und Zustand landwirtschaftlicher und forstlicher Bodennutzung.

Zur Fernerkundung wird heute auch die Auswertung aller Art von abbildenden Sensoren gerechnet, deren Träger Satellitensysteme sind. Man denke etwa an die bekannten Wettersatelliten oder aber auch an Umweltüberwachungssysteme für die Bestimmung von Meeresverschmutzung, Wüstenausbreitung, Waldbränden u.v.a.m.

In der Fernerkundung werden aber auch Systeme bereitgestellt, mit deren Hilfe Bodenbewegungen beobachtet werden können: So können etwa mit sogenannten Radarsatelliten aus dem Vergleich in unterschiedlichen Jahren aufgenommenen Abbildungen Bodensenkungen, etwa in Bergbaugebieten, flächenhaft gemessen und nachgewiesen werden. Weiter können mit Fernerkundungsbildern weltweit Höhenmodelle mit einer für viele Aufgabenstellungen ausreichenden Genauigkeit bestimmt werden.

Alle oben genannten Anwendungen kommen neben der Erdbeobachtung auch bei Weltraummissionen zu Planeten oder anderen Himmelskörpern zum Einsatz.