Das Fachgebiet Landmanagement beschäftigt sich mit den verschiedenen Aspekten einer nachhaltigen Flächennutzung und –entwicklung. In diesem komplexen Forschungsfeld bestehen zahlreiche Verknüpfungen zu anderen Fachdisziplinen wie z.B. Immobilienwirtschaft, Raumplanung und Geoinformatik. Am Fachgebiet beschäftigen wir uns mit drei miteinander vernetzten Forschungsthemen:
Anpassungsstrategien für Siedlungs- und Regionalentwicklung im Hinblick auf Auswirkungen des demographischen Wandels
In vielen Städten und Dörfern, insbesondere im ländlichen Raum und in altindustrialisierten Regionen, werden Bevölkerungsverluste aufgrund der negativen natürlichen Bevölkerungsentwicklung noch verstärkt durch Abwanderung. Selbst in gegenwärtig wachsenden Regionen finden sich auf kommunaler Ebene verbreitet Siedlungen, deren Bevölkerungsanzahl stagniert oder schrumpft, was die wirtschaftliche Tragfähigkeit bestehender Strukturen in diesen Siedlungen gefährden kann. Daneben erzeugt der steigende Anteil an älteren und hochbetagten Menschen neue Anforderungen an Siedlungsstrukturen bzw. an die Aufgaben und Funktionen der Daseinsvorsorge. Eine nachhaltige Entwicklung der Siedlungs- und Regionalstruktur muss die künftige wirtschaftliche Tragfähigkeit ebenso berücksichtigen wie ökologische und soziale Aspekte. Daher werden Strategien für einen Siedlungsumbau sowie für die Regionalentwicklung benötigt, mit denen einerseits Anpassungen am vorhandenen Bestand möglichst wirtschaftlich und sozialverträglich vorgenommen werden können und dabei andererseits Systeme entstehen, die leichter an zukünftige Veränderungen anpassbar sind.
Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien, insbesondere Geoinformationssysteme, in Planungsprozessen
Die Bedeutung von Softwareanwendungen und des Internets haben in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. In vielen Bereichen sind Beide tief in Planungsprozesse vorgedrungen und bestimmen zunehmend auch deren Weiterentwicklung. Sowohl in formellen wie auch in informellen Planungsprozessen bieten die Verwendung von Internet und Geoinformationssystemen neue Potenziale für die Gestaltung der Prozessabläufe und auch für die Aufbereitung, Darstellung und Vermittlung von Inhalten. Hierzu werden mögliche neue Instrumente der Planung unter Verwendung von Internet und Geoinformationssystemen entwickelt und auf ihr Potential für raumbedeutsame Planungsprozesse hin analysiert.
Aktuelle Herausforderungen für Immobilien- und Grundstückswertermittlung
Sowohl der demographische als auch der ökonomische Wandel haben Auswirkungen auf die Immobilienwerte. Sie verursachen Veränderungen im Bereich von Angebot und Nachfrage in regionalen Immobilien(teil)märkten. Dabei sind zwei Prozesse relevant: Eine sinkende Bevölkerung in schrumpfenden Regionen bewirkt eine insgesamt sinkende Nachfrage nach Immobilien (quantitative Veränderungen). Gleichzeitig führt der steigende Anteil älterer Menschen zu Veränderungen hinsichtlich der Anforderungen an Immobilien (qualitative Veränderungen). Eine Folge sind zunehmend zu verzeichnende Leerstände in den Immobilienteilmärkten. Die Leerstandssituation wird zudem dadurch verstärkt, dass bestehende Immobilien nur mittel- bis langfristig an solche Veränderungen anpassbar sind, da Planungs-, Genehmigungs- und (Um-)Bauphasen entsprechend Zeit in Anspruch nehmen. Dem gegenüber steht der finanzielle Aufwand für Neubauten. Im Rahmen der Immobilienwertermittlung sind unter Berücksichtigung der Anforderungen der Immobilienwertermittlungsverordnung diese Aspekte zu analysieren.