PokIM

Lichtwiese

PokIM – Das Projekt

Im Rahmen der Selbstverwaltungsgarantie kommt den Kommunen die Aufgabe zu, in den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit die Daseinsvorsorge ihrer Einwohner zu garantieren. Hierzu wurde ein umfangreiches Immobilienportfolio geschaffen. Zu diesem Immobilienportfolio, welches die Daseinsvorsorge sichert, gehören neben Verwaltungsgebäuden, Bürgerhäusern oder Sporthallen insbesondere Wohngebäude. Dieser Immobilientypus ist von besonderer sozialer Bedeutung, da er ein Grundbedürfnis von Bevölkerungsgruppen gewährleistet, die sich ansonsten nur eingeschränkt am allgemeinen Immobilienmarkt mit Wohnraum versorgen können. In Anbetracht der derzeit schlechten Finanzlage der Öffentlichen Hand ist insbesondere in den Bereichen des Erhalts, des Ausbaus und des Aufbaus öffentlicher Immobilien ein starkes Defizit festzustellen . Es fehlen sowohl systematische Instandhaltungsstrategien für Bestandsgebäude als Einzelobjekte als auch nachhaltige Portfoliostrategien für den kommunalen Immobilienbestand im Ganzen . Diese müssten unter anderem den vielfältigen Auswirkungen des demographischen Wandels Rechnung tragen, der ein verändertes Nachfrageverhalten nach Wohnraumbeschaffenheit zur Folge hat, sei es in Form von selbstgenutztem Wohneigentum oder als Mietobjekt. Weiterhin sind neue technische Anforderungen zu berücksichtigen, so z.B. das Wohnen in energieeffizienten und nutzerfreundlichen Gebäuden, die Verwendung erneuerbarer Energien zum Betrieb der Gebäude, technologisch unterstützende Assistenzsysteme (Ambient Assisted Living – AAL) sowie nachhaltige und wohnbehagliche Materialien und Techniken. Hierzu bedarf es ebenso der Entwicklung industrialisierter Methoden des Bauens im Bestand, damit die vorhandene Bausubstanz im Sinne des Kreislaufwirtschafts-Abfallgesetzes regeneriert wird. Die neuen Steuerungsmodelle sehen eine Übertragung betriebswirtschaftlicher Elemente auf die öffentliche Verwaltung vor, was den Einsatz strategischer Management- und Controllinginstrumente sowie die doppelte Buchführung einschließt. Das heutige Staatsverständnis eines aktivierenden Staates und die Öffnung des öffentlichen Sektors gegenüber dem Markt bedingen eine größere Leistungsorientierung und Wirtschaftlichkeit in der Produktion der öffentlichen Güter. Zu diesen gehören als größter Teil des Anlagevermögens die kommunalen Immobilien, die Kommunen nachfragegerecht und wirtschaftlich entwickeln müssen. Dabei ist der Aspekt der Privatisierung dieser Daseinsvorsorgeeinrichtungen zu berücksichtigen.

Dazu bedarf es Methoden und Werkzeuge zur individuellen Strategiefindung, die in diesem Projekt entwickelt werden sollen.

PokIm konzipiert für das Immobilienportfolio der öffentlichen Hand (Immobilien der Daseinsvorsorge wie Wohnimmobilien, Schulen, Kindergärten, Sportstätten, Krankenhäuser, Verwaltungsgebäude, …) im Bereich des Hochbaus Methoden und Werkzeuge eines strategischen Managements für eine technisch hochwertige, nachfrage-, sozial- sowie umweltgerechte, und damit nachhaltige Entwicklung, welche in einem Gesamtmodell gestellt sind. Hierbei sind Konzepte, Produkte und Dienstleistungen einzubeziehen und zu entwickeln, die die Lebensqualität für Menschen in allen Lebensabschnitten erhöhen, indem sie neue Technologien und soziales Umfeld miteinander verbinden (AAL).

Ziel des Projektes ist das Beheben der Defizite in der Immobilienverwaltung der Öffentlichen Hand unter besonderer Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsaspekte und der neuen Steuerungsmodelle. Als Ergebnis des Projektes wird die Erarbeitung von Methoden und Werkzeugen für das Portfoliomanagement kommunaler Immobilien mittels Indikatoren angestrebt, die eine Entscheidungsfindung der Kommune auf der Basis der örtlichen Situation unter Berücksichtigung regionaler Entwicklungen ermöglichen. Anhand der lösungsorientierten Instrumente sollen Kommunen in die Lage versetzt werden, passgenaue Maßnahmen für ihr Immobilienmanagement abzuleiten.

Die Beteiligten

Prof. Dr.-Ing. Hans Joachim Linke
Fachgebiet Landmanagement / Geodätisches Institut der TU Darmstadt
Institut für kommunale Geoinformationssysteme (IKGIS) e.V.
Petersenstraße 13
64287 Darmstadt
T: +49 (0) 6151 / 16-4566
F: +49 (0) 6151 / 16-4082
E: linke@geod.tu-darmstadt.de

Prof. Dr.-Ing. Harald Garrecht
Fachgebiet Werkstoffe im Bauwesen / Institut für Massivbau der TU Darmstadt
Petersenstraße 12
64287 Darmstadt
T: +49 (0) 6151 / 16-2244
F: +49 (0) 6151 / 16-5344
E: garrecht@massivbau.tu-darmstadt.de

Prof. Dr.-Ing. Christoph Motzko
Institut für Baubetrieb der TU Darmstadt
El-Lissitzky-Str. 1
64287 Darmstadt
T: +49 (0) 6151 / 16-3042
F: +49 (0) 6151 / 16-6693
E: c.motzko@baubetrieb.tu-darmstadt.de

Kreisstadt Erbach
Erbach ist Kreisstadt des Odenwaldkreises und hat ca. 13.500 Einwohner in 13 Ortsteilen. Die Stadt ist Eigentümer von 42 Immobilien, wozu Kindergärten, Sporthallen, Dorfgemeinschaftshäuser und Verwaltungsgebäude ebenso zählen wie das Deutsche Elfenbeinmuseum und eine Obdachlosenunterkunft.
Der überwiegende Teil des Wohnungsbestandes ist im Eigentum des Bauvereins Darmstadt, der die Baugenossenschaft Erbach übernommen hat.
Die Stadtverwaltung arbeitet mit einem GIS und hat bereits die Zuständigkeit für alle Immobilien in einer Abteilung zusammengeführt. Ein Facility Management System ist derzeit nicht im Einsatz.
Kreisstadt Erbach

Kreisfreie Stadt Weinheim
Weinheim ist kreisfreie Stadt mit etwa 42.900 Einwohnern in sieben Ortsteilen. Der Immobilienbestand ist mit über 300 Objekten erheblich größer. Weinheim ist Träger der Grund-, Haupt- und Realschulen.
Die Stadtverwaltung arbeitet bereits mit einem GIS und wird noch 2010 die Ausschreibung zu einem CAFM-Programm veröffentlichen. Die ersten Daten bezüglich des Gebäudebestands (Lage, tatsächliche Nutzung) liegen vor.
Stadt Weinheim

Die Förderer

BMBF-gefördertes Projekt, Projektträger ist der VDI/VDE
Leistungsplansystematik W12010 Problemorientierte Technikfolgenabschätzung
Förderprofil Technologie- und Innovationsförderung
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Diplomarbeiten

Jan-Erik Arndt
Catia Real-Ehrlich