Photogrammetrie

Geodäsie und Geoinformation: Was ist das?

 

Photogrammetrie

Bereits wenige Jahre nach Erfindung der Photographie, d.h. vor ca. 150 Jahren, wurden die Möglichkeiten entdeckt und entwickelt, aus der im Bild festgehaltenen Perspektive auf die Geometrie des aufgenommenen Objekts zu schließen. Messungen in Bildern ersetzten Messungen am Objekt, dessen Größe hierbei beliebig ist. Die Photogrammetrie war geboren und hat sich zu einer aktuellen und sehr leistungsfähigen Methode der Vermessung entwickelt.

Die Photogrammetrie verwendet eine Vielzahl bildgebender Sensoren. Für Bildflüge werden auch heute noch zumeist konventionelle auf Film basierende Luftbildkameras eingesetzt. Gleichzeitig findet die digitale Kameratechnik Verbereitung. Darüber hinaus kommen in den letzten Jahren u.a. für die Erstellung Digitaler Oberflächenmodelle mit Laserlicht oder Mikrowellen abtastende Systeme zum Einsatz.

Für die Auswertung der mit diesen Systemen erhaltenen Daten werden Verfahren entwickelt und gelehrt, wobei geeignete digitale Daten- und Objektmodelle eine besondere Rolle spielen. Gerade die Beschäftigung mit Daten- und Objektmodellen ist heute ein Schwerpunkt für die Weiterentwicklung möglichst automatisch ablaufender Verfahren. Die flugzeug- bzw. satellitengetragenen Aufnahmesysteme eröffnen dem Vermessungsingenieur den Weg, topographische und umweltrelevante 2D- und 3D-Daten zu gewinnen, konventionell noch für Topographische bzw. Thematische Karten, heute zunehmend für Informationssysteme und Datenbanken. Neben den geometrischen Informationen werden dabei aus den aufgenommenen Daten auch die spektralen Informationen entnommen, um Objektklassifizierungen und -inventuren vornehmen zu können.

Hier geht die Photogrammetrie über in das untenstehend kurz vorgestellte Fachgebiet der Fernerkundung. Zunehmender Arbeitsschwerpunkt der Photogrammetrie ist die automatische Erkennung und Modellierung von Objekten in digitalen Bildern, so z.B. für die Erzeugung von Stadtmodellen für Geo-Informationssysteme, Visualisierungen, Netzplanungen usw., um in Zukunft möglichst schnell und kostengünstig Geodaten bereitstellen zu können.

Die Digitale Bildverarbeitung in Photogrammetrie und Fernerkundung und ihr schnell wachsendes Potential erschließen dem Vermessungsingenieur neue Arbeitsgebiete im Architektur- und Ingenieurbereich, so etwa in der Dokumentation, Rekonstruktion und Visualisierung von Denkmälern, in der Überprüfung von Werkstücken u.v.a.m.